Probleme für die Umwelt aufgrund unserer Ernährung

Probleme für die Umwelt aufgrund unserer Ernährung

Unsere These ist, dass wir auf der Welt genug Platz haben, um alle Menschen (auch in Zukunft) zu ernähren. Um dies zu ermöglichen, muss jedoch bei vielen Menschen ein Umdenken stattfinden. Wenn in den nächsten Jahren über zwei Milliarden Menschen aus den Entwicklungsländern der Armut entkommen und auch nur ansatzweise europäische Lebensstandards haben möchten, bedeutet das für unsere Umwelt nichts Gutes. Schon jetzt sind die jährlichen Ressourcen der Welt immer früher verbraucht und wir benötigen nahezu „zwei Erden“, um die aktuelle Nachfrage nach Konsum zu stillen. Wir denken, dass es gar nicht so schwer wäre, diese Problematik umzukehren. Mit einigen wenigen Schritten kann jeder dazu beitragen, unsere Welt zu retten. Wir finden: insbesondere Firmen im Lebensmittelbereich sollten dies leichter machen, indem sie transparenter beschreiben, woher Inhaltsstoffe kommen und wie schädlich diese möglicherweise für die Umwelt sind. Anbei beschreiben wir unsere Untersuchung, warum die Umwelt immer weiter kaputt geht und wie wir das zusammen ändern können. 

Globalisierung

Unsere globale Welt bringt leider nicht nur positive Dinge hervor. Transportwege werden länger und wir beziehen immer mehr Produkte aus weit entfernten Ländern. Meistens werden die Nahrungsmittel mit riesigen Frachtschiffen nach Deutschland gebracht, die wiederum mit Schweröl betrieben werden, weil es als Abfall der Erdölverarbeitung übrig bleibt. Pro Tag geben diese Schiffe eine unglaubliche Menge Schwefeldioxid, Stickoxide, Rußpartikel und Kohlendioxid ab.

Ein großes Problem sind die sogenannten Superfoods, wie Quinoa und Chia-Samen. Durch Marketing wird eine bessere Welt suggeriert. Zwar mögen diese Produkte gesund sein, jedoch haben sie einen extrem schlechten ökologischen Fußabdruck. So wird beim Transport von Chia-Samen 48 Mal mehr Co2 produziert als bei der lokalen Alternative, den Leinsamen. Bei Goji Beeren z.B. wird 450g Co2 pro Kilogram erzeugt, im Vergleich zu 6g pro Kilo für lokales Essen. Weiterhin sorgen Superfoods in den Anbauländern immer häufiger zu negativen Folgen für die lokale Bevölkerung. In Südamerika können sich immer weniger Menschen Quinoa leisten, in China wird für den Anbau von Goji Beeren häufig auf extreme Billiglohn-Arbeiter zurückgegriffen. Umwelt- und Sozialstandards scheinen nur zu zählen, wenn wir über Produkte reden, die bei uns selbst angebaut werden.

Das Schöne ist: Für viele der Nahrungsmittel, die wir von weit weg kaufen, können wir ähnliche Nahrungsmittel lokal produzieren. Statt Quinoa können wir Hirse essen, statt Chia-Samen bieten Leinsamen sehr ähnliche Gesundheitsvorteile. Goji Beeren können durch Beeren ersetzt werden, die auch in Deutschland wachsen. Wir finden, dass Hersteller transparenter machen sollten, woher sie ihre Nahrungsmittel bekommen. Wir beziehen 97% der Zutaten aus Europa. Ausschließlich unser Kakao kommt aus Südamerika, dabei achten wir aber auf Bio- und Fairtrade-Standards.

Lebensmittelverschwendung

18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden laut WWF jährlich allein in Deutschland weggeworfen. In anderen Worten: jeder Deutsche ist täglich für eine Verschwendung von etwa 600g Lebensmitteln verantwortlich. Weltweit sieht das Bild nicht besser aus. Und weil bei der ganzen Lebensmittelproduktion Co2 entsteht, gehen Experten davon aus, dass ca. 3.3 Milliarden Tonnen davon eingespart werden könnten, wenn wir weniger Lebensmittel verschwenden (das entspricht ca. 7% der globalen Emissionen!). Die Menschheit könnte also nicht nur Geld sparen, indem verantwortungsvoller mit Nahrungsmitteln umgegangen wird, sondern auch der Umwelt etwas Gutes tun. Nun stellt sich die Frage nach den Gründen für die Verschwendung? Überwiegend sind diese sehr banal: die Gurke hat eine von der Norm abweichende Form, beim Transport sind Schäden entstanden und nicht zuletzt gibt es oft eine schlechte Planung entlang der Lieferkette – und auch beim Konsumenten (also uns). Wir alle können etwas daran ändern.

Fleischkonsum

Fleischkonsum tut der Umwelt nicht gut: Er ist für etwa 20% der globalen Co2-Emissionen verantwortlich. Für die Produktion eines Kilos Rindfleisch werden 13,3 Kilo Co2 freigesetzt, im Vergleich zu einem Kilo Mischbrot (0,75kg Co2) oder einem Kilo Tomaten (0,2kg Co2) ist dies erschreckend hoch. Noch extremere Auswirkungen hat das Methangas, welches insbesondere durch Rinder produziert wird. Dieses wirkt bis zu 25 Mal stärker als Co2, wenn es darum geht, die globale Erderwärmung voranzutreiben. Fleisch ist damit einer der Hauptfaktoren für den Klimawandel.

Doch nicht nur der hohe Co2-Ausstoß ist schlecht für die (Um)Welt. Weltweit werden im Zusammenhang mit Tierhaltung fast 80% der landwirtschaftlichen Flächen genutzt, während Fleisch gerade einmal rund 20% der Ernährung ausmacht. All diese Flächen könnten dafür genutzt werden, den weltweiten Hunger zu reduzieren und Regenwälder zu schützen. Stattdessen werden sie benutzt, um Tieren hohe Mengen Mastfutter zu geben, welches diese relativ ineffizient verwenden. Denn: um ein Kilogram Rindfleisch zu produzieren, braucht das Rind bis zu 16kg Nahrung. Diese Nahrung könnte direkt beim Menschen landen.

Eine Fleischreduktion oder sogar der komplette Verzicht hätte dementsprechend einen großen Einfluss auf die Welt. Und um fehlende Nährstoffe brauchst du dir keine großen Sorgen zu machen: Pflanzliche Nährstoffe liefern teilweise mehr Nährstoffe als Fleisch und auch auf dein tägliches Protein musst du nicht verzichten. Nahrungsmittel wie All You Seed machen es dir besonders einfach auf Fleisch zu verzichten, da schon eine Mahlzeit deinen täglichen Bedarf an Eisen, Magnesium und Zink abdeckt und gleichzeitig viel Protein erhält. Dies sind all die Nährstoffe, für die wir traditionell eher Fleisch essen.

Effizienz

Oft könnte man meinen, dass Effizienz der einzige Faktor ist, an dem Leistungen in unserem Wirtschaftssystem bewertet werden. Die Umwelt und die Menschen werden oft vergessen. So werden für Produktionssteigerungen von wenigen Prozenten gefährliche Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die das massivste Insektensterben vorantreiben, das die Welt je gesehen hat. Weiterhin werden oft Monokulturen eingesetzt, die dem Boden extrem viele Nährstoffe entziehen, was zur Folge hat, dass dieser nach einigen Jahren im schlimmsten Fall nicht mehr benutzt werden kann. Humus- und Nährstoffgehalte sinken und Schädlinge können sich besser ausbreiten. Deshalb werden auch immer häufiger Pestizide benutzt.

Bio-Nahrungsmittel sind ein Schritt in die richtige Richtung. Je nach Bio-Siegel wird zwar weiterhin auf Monokulturen gesetzt, auf aggressive Pflanzenschutzmittel wird jedoch verzichtet – auf Kosten von Effizienz, weshalb Bio Produkte oft etwas teurer sind.

Meere

Unsere Meere fungieren leider viel zu oft als Auffangbehälter sämtlichen Mülls, den wir produzieren. Man schätzt, dass sich am Grund der weltweiten Ozeane über 80 Millionen Tonnen Plastik angesammelt haben. Und pro Sekunde kommt etwa eine Lastwagenladung dazu. Dies hat gravierende Folgen: schon jetzt ist in fast allen Mägen von Fischen und Meeresvögeln Plastik zu finden, die dieses mit Nahrung verwechselt haben. Teilweise verhungern Tiere, weil ihr Magen zwar gefüllt ist, allerdings  nicht mit Nahrung, sondern mit Plastik, welches nicht in Energie umgewandelt werden kann. Bis 2050 soll es mehr Plastik als Fische in unseren Meeren geben. Wir finden das grausam und verzichten bei der Verpackung von All You Seed deshalb komplett auf Plastik. So entsteht gar nicht erst die Gefahr, dass es im Meer landen wird.